Antiker Hermelinmantel, ca. 1908 – Marija Pawlowna Romanowa, Russisches Kaiserreich
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Dieser exquisite Antik-Ermelin- und Spitzenmantel, datiert auf ca. 1908, ist ein seltenes Meisterwerk der frühen edwardianischen Luxusmode und ein außergewöhnliches Beispiel für aristokratische Schneiderkunst. Der Mantel präsentiert ein auffälliges Zusammenspiel aus reinweißem Ermelinfell und feiner irischer Spitze, angeordnet in abwechselnden vertikalen Bahnen, die eine dramatische, fast architektonische Silhouette erzeugen. Das Fell ist reich mit intakten Ermelinschwänzen verziert, während das Innere mit weicher Seide gefüttert und an den Rändern mit zartem plissiertem Tüll versehen ist.
Der Mantel verfügt über elegante halbärmelige Pagodenärmel mit passenden Tüll-Innenärmeln, die Tiefe, Bewegung und eine raffinierte skulpturale Qualität hinzufügen. Trotz seines Alters befindet sich das Äußere in ausgezeichnetem Zustand, mit nur einem kleinen Fleck in der Spitze am Rücken. Der innere Tüll zeigt Bereiche der Ausdünnung – typisch für Kleidungsstücke dieser Zeit –, ermöglicht es aber dennoch, den Mantel mit Sorgfalt zu tragen.
Dieses bemerkenswerte Stück stammt aus einer alten europäischen Sammlung und wird der Familie der Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa zugeschrieben. Es könnte ihr sogar persönlich gehört haben. Maria Pawlowna (1890–1958), Tochter von Großfürst Pawel Alexandrowitsch Romanow und Prinzessin Alexandra von Griechenland und Dänemark, war eines der gefeiertsten Mitglieder des Hauses Romanow-Holstein-Gottorp. Aufgewachsen im kultivierten Haushalt von Großfürst Sergei Alexandrowitsch und Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt, erhielt sie eine Eliteausbildung in Sprachen, Musik, Kunst und Hofetikette. Im Jahr 1908 heiratete sie Prinz Wilhelm von Schweden, Herzog von Södermanland, in Zarskoje Selo – genau in der Zeit, aus der dieser Mantel stammt.
Dieser Mantel, der kaiserlich-russische Provenienz, Ermelinfell, irische Spitze und die raffinierten Ästhetik der edwardianischen Couture vereint, ist ein außergewöhnliches, museumsreifes Kleidungsstück. Er steht als seltenes erhaltenes Zeugnis für die Opulenz, Handwerkskunst und kulturelle Bedeutung der Mode der Romanow-Ära.